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60 Jahre FLIR: Von der ersten Infrarotkamera zur intelligenten Inspektion

von Sven Sautter | Thermografie

Inhaltsverzeichnis

Temperaturunterschiede können auf überlastete elektrische Verbindungen, mechanischen Verschleiß, Wärmeverluste oder drohende Anlagenausfälle hinweisen. Für das menschliche Auge bleiben sie jedoch unsichtbar. Seit sechs Jahrzehnten entwickelt FLIR Technologien, mit denen sich Wärmestrahlung sichtbar machen, messen und für fundierte Entscheidungen nutzen lässt.

Das Jubiläum "60 Jahre FLIR" bezieht sich auf einen wichtigen Meilenstein der industriellen Thermografie: 1965 verkaufte AGA, später AGEMA und heute Teil von FLIR, die erste kommerzielle Infrarotkamera an den schwedischen Energieversorger Vattenfall. Aus den großen und aufwendig zu bedienenden Systemen dieser Zeit sind kompakte, vernetzte und zunehmend intelligente Inspektionswerkzeuge geworden.

Die Anfänge der industriellen Thermografie

Die technologische Entwicklung begann bereits einige Jahre vor dem ersten kommerziellen Einsatz. 1958 arbeiteten AGA und das schwedische Forschungsinstitut FOA an einem passiven Infrarotsichtgerät. 1960 entstand eine erste Infrarotaufnahme mit einer Thermistorkamera.

Mit dem Verkauf der ersten kommerziellen Infrarotkamera im Jahr 1965 hielt die Technologie schließlich Einzug in die Industrie. Energieversorger gehörten zu den ersten Anwendern. Kameras wurden teilweise in Fahrzeugen montiert, um Umspannwerke und elektrische Anlagen zu untersuchen. Auf diese Weise ließen sich überhitzte Verbindungen erkennen, bevor sie zu einem Ausfall führten.

Der zentrale Nutzen hat sich bis heute nicht verändert: Thermografie macht Probleme sichtbar, bevor diese mit bloßem Auge oder durch einen Anlagenstillstand erkennbar werden.

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Tragbare Systeme erweitern die Einsatzmöglichkeiten

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden Infrarotsysteme zunehmend kompakter. Tragbare und batteriebetriebene Geräte erleichterten den Einsatz in der industriellen Instandhaltung, Zustandsüberwachung und medizinischen Forschung. Farbdarstellungen und die Möglichkeit, Wärmebilder auszudrucken, verbesserten gleichzeitig die Auswertung und Dokumentation.

Für besondere Anwendungen entstanden spezialisierte Systeme. Dazu gehörten Lösungen für Raffinerien, die Luftfahrt und die Überwachung von Zementöfen. 1985 wurde aus AGA Infrared Systems das Unternehmen AGEMA.

1997 wird die Wärmebildkamera alltagstauglich

Einer der wichtigsten Entwicklungsschritte folgte 1997 mit der ersten ungekühlten radiometrischen Handheld-Wärmebildkamera. Zuvor benötigten leistungsfähige Infrarotkameras aufwendige Kühlsysteme. Ungekühlte Mikrobolometer machten die Geräte kleiner, robuster und leichter einsetzbar.

Damit entwickelte sich die Wärmebildkamera zunehmend von einem spezialisierten Messsystem zu einem praxistauglichen Werkzeug für regelmäßige Inspektionsaufgaben. 1998 übernahm FLIR das Unternehmen AGEMA und führte dessen langjährige Erfahrung in der Infrarottechnik fort.

Wärmebildkameras werden kompakter und einfacher bedienbar

2001 stellte FLIR mit der E-Serie die erste Point-and-Shoot-Wärmebildkamera vor. Die Geräte ließen sich ähnlich unkompliziert einsetzen wie eine herkömmliche Digitalkamera und erleichterten damit den Zugang zur professionellen Thermografie.

Weitere Anwendungen kamen hinzu. 2005 präsentierte FLIR eine Infrarotkamera zur bildgebenden Erkennung von Gasleckagen. Im gleichen Zeitraum kamen FLIR-Systeme unter anderem bei automobilen Nachtsichtlösungen und auf NASA-Missionen zum Einsatz. 2009 lieferte das Unternehmen seine 100.000ste Infrarotkamera aus.

MSX, Smartphones und hochauflösende Thermografie

In den 2010er-Jahren wurde die Thermografie nochmals vielseitiger. 2012 führte FLIR die MSX-Bildoptimierung ein. Die Technologie ergänzt Wärmebilder mit wichtigen Konturen aus einem sichtbaren Kamerabild. Beschriftungen, Bauteilgrenzen und andere Details lassen sich dadurch leichter erkennen und dokumentieren.

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2013 erweiterte FLIR sein Angebot um Prüf- und Messgeräte. Ein Jahr später brachte das Unternehmen mit der FLIR ONE eine Wärmebildkamera für Smartphones auf den Markt. 2015 folgte mit der T1K die erste tragbare FLIR-Wärmebildkamera mit HD-Auflösung.

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Diese Entwicklungen trugen dazu bei, Wärmebildtechnik für immer mehr Anwender und Aufgaben zugänglich zu machen. Heute reicht das Einsatzspektrum von der Gebäudediagnostik über elektrische und mechanische Inspektionen bis zur Prozessüberwachung, Forschung und vorbeugenden Instandhaltung.

Aus Wärmebildern werden strukturierte Inspektionsdaten

Moderne Thermografie endet nicht mehr mit der Aufnahme eines Wärmebildes. In der betrieblichen Praxis müssen Ergebnisse eindeutig einer Anlage zugeordnet, mit zusätzlichen Informationen ergänzt, ausgewertet und in einen nachvollziehbaren Bericht übertragen werden.

Gerade diese nachgelagerten Arbeitsschritte können viel Zeit beanspruchen. Unklare Dateinamen, fehlende Notizen oder manuell übertragene Messwerte erschweren die Dokumentation und verzögern Entscheidungen.

Deshalb konzentriert sich die aktuelle Entwicklung nicht allein auf höhere Auflösungen oder eine bessere thermische Empfindlichkeit. Ebenso wichtig sind geführte Inspektionsabläufe, eine eindeutige Zuordnung der Aufnahmen, mobile Anwendungen und die direkte Übertragung von Daten.

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Die FLIR iXX-Serie als neues Kapitel

Die FLIR iXX-Serie steht für diese neue Generation der Thermografie. Ihre Bedienung orientiert sich an modernen Smartphones. App-gestützte Arbeitsabläufe helfen dabei, Bilder, Messdaten und zusätzliche Informationen bereits während der Inspektion strukturiert zu erfassen.

Das erleichtert neuen Anwendern den Einstieg und unterstützt erfahrene Thermografen bei wiederkehrenden Aufgaben. Fachwissen wird dadurch nicht ersetzt. Die integrierten Abläufe können jedoch dabei helfen, Inspektionen einheitlicher durchzuführen und wichtige Angaben nicht zu vergessen.

Welches Potenzial darin liegt, zeigt ein von FLIR veröffentlichtes Praxisbeispiel. Das US-Unternehmen Blackmon Power kombinierte eine FLIR i65 mit der Condoit-App für elektrische Inspektionen. Laut FLIR reduzierte sich der Aufwand für die Berichtserstellung bei umfangreichen Untersuchungen von zuvor 8 bis 12 Stunden auf weniger als fünf Minuten.

Vom vorbeugenden zum vorausschauenden Handeln

Seit der Übernahme durch Teledyne Technologies im Jahr 2021 entwickelt sich FLIR verstärkt zu einem Anbieter vernetzter Inspektionslösungen. Neben Wärmebildkameras gehören heute auch akustische Bildgebungssysteme, Messgeräte, Software und KI-gestützte Plattformen zum Portfolio.

Die Verbindung von Wärmebildern, Anlageninformationen und historischen Messdaten ermöglicht es, Veränderungen über längere Zeiträume zu erkennen. Dadurch können Unternehmen Risiken besser priorisieren, Wartungsmaßnahmen gezielter planen und auf mögliche Probleme reagieren, bevor daraus ein ungeplanter Stillstand entsteht.

Der Nutzen moderner Thermografie liegt deshalb nicht nur im einzelnen Wärmebild. Entscheidend ist der gesamte Weg von der Erkennung über die Bewertung bis zur dokumentierten Maßnahme.

TOPA begleitet FLIR seit mehr als 20 Jahren

TOPA ist seit 2004 zertifizierter FLIR Premium Partner und heute zusätzlich FLIR Master Distributor. Damit begleiten wir einen bedeutenden Teil dieser Entwicklung bereits seit mehr als 20 Jahren.

Unsere Kunden unterstützen wir bei der Auswahl geeigneter Wärmebildkameras, Messgeräte und akustischer Bildgebungssysteme. Dazu kommen persönliche Beratung, Produktschulungen sowie Service- und Kalibrierleistungen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die technische Ausstattung, sondern eine Lösung, die zur Anwendung, zum Arbeitsablauf und zu den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens passt.

60 Jahre FLIR und eine unveränderte Aufgabe

Von den ersten fahrzeugmontierten Scannern bis zur app-gestützten Wärmebildkamera hat sich die Technik grundlegend verändert. Die Aufgabe ist jedoch dieselbe geblieben: Unsichtbare thermische Auffälligkeiten frühzeitig erkennen, richtig bewerten und daraus eine sichere Entscheidung ableiten.

60 Jahre FLIR stehen damit nicht nur für technische Meilensteine. Sie zeigen, wie sich Thermografie von einer hoch spezialisierten Technologie zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Instandhaltung, Sicherheit, Energieeffizienz und Qualitätssicherung entwickelt hat.

Sie möchten herausfinden, welche FLIR-Wärmebildkamera zu Ihrer Anwendung passt? Das TOPA-Team unterstützt Sie gerne bei der Auswahl und Zusammenstellung einer geeigneten Lösung.

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