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Objektiv- und Messfleck-Rechner für Wärmebildkameras

by Sven Sautter | Thermografie

FLIR AutoCal

Inhaltsverzeichnis

Eine Wärmebildkamera kann nur dann belastbare Messergebnisse liefern, wenn Kameraauflösung, Objektiv, Messabstand und Zielgröße zusammenpassen. Besonders bei kleinen Bauteilen, größeren Messentfernungen oder sicherheitskritischen Prüfungen reicht ein Blick auf die reine IR-Auflösung nicht aus.

Entscheidend ist, wie groß ein Messobjekt im Wärmebild tatsächlich abgebildet wird. Ein kleines Bauteil, das aus mehreren Metern Entfernung nur wenige Pixel belegt, kann zwar sichtbar sein. Für eine zuverlässige Temperaturmessung oder eine nachvollziehbare Dokumentation kann das bereits zu wenig sein.

Der TOPA Objektiv- und Messfleck-Rechner unterstützt Sie bei dieser technischen Vorbewertung. Das Tool berechnet für ausgewählte FLIR Wärmebildkameras und Objektive die Pixelgröße am Objekt, das horizontale und vertikale Sichtfeld sowie die rechnerische Abdeckung des Zielobjekts.

Objektiv- und Messfleck-Rechner

Berechnen Sie, ob Kamera, Objektiv, Messabstand und Zielgröße rechnerisch zu Ihrer Messaufgabe passen. Das Tool zeigt Sichtfeld, Pixelgröße am Objekt, Zielabdeckung und eine praxisnahe Bewertung für Erkennen, Messen oder Dokumentieren.

Hinweis: Die Berechnung ist eine technische Orientierung. Für eine finale Kamera- oder Objektivauswahl müssen Fokus, Emissionsgrad, Reflexionen, Messwinkel, Atmosphäre, Temperaturbereich und Sicherheitsabstand zusätzlich geprüft werden.

Bewertung

Ergebnis

- Pixelgröße am Objekt
- Pixel über Zielgröße
- Horizontales Sichtfeld
- Vertikales Sichtfeld

Technische Details

    Bewertung und Empfehlung

      Rechnerisch bessere Alternativen aus der Datenbasis

      Kameratyp Serie Modell Objektiv Pixelgröße am Objekt Pixel über Ziel Hinweis
      Richtwert: Für reines Erkennen reichen oft weniger Pixel als für eine belastbare Temperaturmessung. Für Dokumentation und kleine Details sollte mehr Messreserve eingeplant werden. Der Rechner bewertet deshalb je nach gewähltem Ziel unterschiedlich streng.

      Warum der Messfleck in der Thermografie entscheidend ist

      In der Thermografie wird häufig zuerst auf die IR-Auflösung geschaut: 160 × 120, 320 × 240, 464 × 348, 640 × 480 oder 1024 × 768 Pixel. Diese Werte sind wichtig, erklären aber nur einen Teil der Messaufgabe.

      Für die Praxis ist die Frage konkreter

      • Wie groß ist das kleinste relevante Objekt?
      • Aus welcher Entfernung wird gemessen?
      • Welches Objektiv wird verwendet?
      • Wie viele Pixel belegt das Ziel im Wärmebild?

      Ein Beispiel: Eine Kamera mit hoher Auflösung kann bei falschem Objektiv oder zu großer Entfernung trotzdem zu wenig Detail auf dem relevanten Bauteil liefern. Umgekehrt kann ein Teleobjektiv bei größerer Entfernung deutlich mehr Messreserve schaffen, benötigt aber oft einen größeren Mindestfokusabstand.

      Was bedeutet IFOV?

      Der IFOV-Wert beschreibt vereinfacht, welche Objektgröße ein einzelnes Detektorelement bei einem bestimmten Abstand abbildet. Je kleiner der IFOV-Wert, desto feiner wird das Objekt aus gleicher Entfernung aufgelöst.

      Für die praktische Orientierung gilt:

      • kleiner IFOV-Wert = kleinere Pixelgröße am Objekt
      • größerer Messabstand = größere Pixelgröße am Objekt
      • kleineres Ziel = höhere Anforderungen an Kamera und Objektiv

      Der Rechner nutzt den IFOV-Wert, den Messabstand und die Zielgröße, um zu bewerten, wie viele Pixel das Zielobjekt im Wärmebild ungefähr belegt.

      Was berechnet der TOPA Objektiv- und Messfleck-Rechner?

      Das Tool berechnet vier zentrale Werte:

      • Pixelgröße am Objekt:
        Dieser Wert zeigt, wie groß ein einzelner Bildpunkt bei der gewählten Entfernung am Objekt ist.
      • Pixel über Zielgröße:
        Dieser Wert zeigt, wie viele Pixel das kleinste relevante Ziel rechnerisch belegt.
      • Horizontales Sichtfeld:
        Dieser Wert zeigt, welche Breite der Szene bei der gewählten Entfernung erfasst wird.
      • Vertikales Sichtfeld:
        Dieser Wert zeigt, welche Höhe der Szene bei der gewählten Entfernung erfasst wird.

      Damit wird sichtbar, ob ein Objektiv eher für Übersicht, Standardinspektionen, kleine Details oder größere Entfernungen geeignet ist.

      Erkennen, Messen oder Dokumentieren: unterschiedliche Anforderungen

      Eine thermische Auffälligkeit grob zu erkennen, ist eine andere Aufgabe als eine Temperatur zuverlässig zu messen. Auch eine prüffähige Dokumentation stellt höhere Anforderungen als eine schnelle Sichtkontrolle.

      Deshalb unterscheidet der Rechner zwischen verschiedenen Bewertungszielen:

      • Hotspot grob erkennen
      • Temperatur zuverlässig messen
      • Messung dokumentieren / Bericht
      • Kleines Detail sicher bewerten

      Je nach Ziel bewertet das Tool unterschiedlich streng. Für eine grobe Erkennung reichen weniger Pixel. Für eine belastbare Temperaturmessung, einen Bericht oder die sichere Bewertung kleiner Details sollte mehr Messreserve eingeplant werden.

      Mobile und stationäre Wärmebildkameras getrennt bewertet

      Der Rechner unterscheidet zwischen mobilen und stationären Wärmebildkameras. Das ist wichtig, weil diese Kameragruppen in der Praxis sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

      Mobile Kameras werden typischerweise für flexible Inspektionen eingesetzt, zum Beispiel in der Instandhaltung, Gebäudediagnose, Elektrothermografie oder bei regelmäßigen Wartungsrouten. Dazu gehören unter anderem kompakte Kameras, FLIR Ex Pro, FLIR Exx, FLIR iXX, FLIR T500, FLIR T800 und FLIR T1K.

      Stationäre Kameras werden fest installiert und für Automation, Prozessüberwachung, Brandfrüherkennung, Qualitätsprüfung oder Forschung eingesetzt. Dazu zählen unter anderem FLIR AX, FLIR Axx, FLIR Axxx, FLIR A500f/A700f und ausgewählte Science- bzw. R&D-Kameras.

      Bei den rechnerisch besseren Alternativen zeigt das Tool deshalb nur passende Kameras aus derselben Gruppe. Wer eine mobile Kamera auswählt, erhält mobile Alternativen. Wer eine stationäre Kamera auswählt, erhält stationäre Alternativen.

      Objektivwahl: Standard, Tele, Weitwinkel und Supertele

      Das Objektiv beeinflusst das Ergebnis stark. Ein Standardobjektiv ist für viele typische Inspektionen geeignet. Bei kleinen Zielobjekten oder größerer Entfernung kann ein Teleobjektiv erforderlich werden. Bei großen Flächen, engen Räumen oder Gebäudeanwendungen kann ein Weitwinkelobjektiv sinnvoller sein.

      Typische Einordnung

      • Standardobjektiv:
        geeignet für viele Wartungs-, Elektro- und Industrieanwendungen mit üblichen Messabständen
      • Teleobjektiv:
        geeignet für kleine Ziele oder größere Sicherheitsabstände
      • Superteleobjektiv:
        geeignet für sehr kleine Ziele aus größerer Entfernung, aber meist mit größerem Mindestfokusabstand
      • Weitwinkelobjektiv:
        geeignet für große Flächen, enge Räume, Gebäude, Anlagenübersicht oder kurze Abstände
      • Ultraweitwinkel:
        geeignet für sehr große Sichtfelder, aber mit geringerer Detailauflösung pro Pixel

      Der Rechner zeigt deshalb zusätzlich den Mindestfokusabstand an. Ein starkes Teleobjektiv kann rechnerisch sehr gut auflösen, ist bei zu kurzer Distanz aber nicht sinnvoll einsetzbar.

      Typische Anwendungsfälle

      Der Objektiv- und Messfleck-Rechner ist besonders hilfreich bei Anwendungen, bei denen kleine Details oder größere Entfernungen eine Rolle spielen.

      • Elektrothermografie
        Klemmen, Sicherungen, Kabelanschlüsse, Schaltanlagen und Verteiler müssen ausreichend groß im Wärmebild erscheinen. Bei sicherheitsbedingtem Abstand kann ein Teleobjektiv relevant werden.
      • Mechanische Instandhaltung
        Lager, Motoren, Pumpen, Kupplungen oder Ventile unterscheiden sich stark in Größe und Zugänglichkeit. Der Rechner hilft, die Messreserve einzuschätzen.
      • Gebäude und Energieeffizienz
        Bei Fassaden, Dächern, Wärmebrücken oder größeren Innenflächen ist häufig ein größeres Sichtfeld wichtig. Weitwinkelobjektive können hier Vorteile bieten.
      • Automation und Prozessüberwachung
        Stationäre Kameras müssen zur Zielgröße, Montageposition und Prozessgeometrie passen. Sichtfeld und Pixelabdeckung sollten vor der Projektierung geprüft werden.
      • Forschung und Entwicklung
        Bei Prüfständen, Laboraufbauten und kleinen Bauteilen sind Messfleckgröße, Objektiv und Datenqualität besonders kritisch.

      Warum eine rechnerische Bewertung keine Fachberatung ersetzt

      Der Rechner liefert eine technische Orientierung. Er ersetzt keine vollständige Bewertung der Messaufgabe.

      Für die finale Auswahl müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden:

      • Emissionsgrad der Oberfläche
      • Reflexionen und Umgebungsstrahlung
      • Messwinkel
      • Fokus und Mindestfokusabstand
      • Temperaturbereich
      • Objektbewegung
      • Atmosphäre und Sichtlinie
      • Sicherheitsabstand
      • Software, Dokumentation und Schnittstellen

      Besonders bei blanken Metallen, stark reflektierenden Oberflächen, kleinen Bauteilen oder kritischen Anlagen sollte die Anwendung technisch geprüft werden.

      So nutzen Sie den Rechner sinnvoll

      Wählen Sie zuerst die Kameraserie und das Modell aus. Das Tool wählt bei Modellen mit mehreren Objektiven automatisch ein Standardobjektiv aus. Danach können Sie bei Bedarf Tele-, Weitwinkel- oder Spezialobjektive prüfen.

      Geben Sie anschließend den Messabstand und die kleinste relevante Zielgröße ein. Als Zielgröße sollte nicht die gesamte Anlage gewählt werden, sondern das kleinste Detail, das thermisch sicher bewertet werden soll.

      Danach wählen Sie das Bewertungsziel:

      • Geht es nur um eine grobe Erkennung?
      • Soll eine Temperatur zuverlässig gemessen werden?
      • Soll die Messung dokumentiert werden?
      • Muss ein kleines Detail sicher bewertet werden?

      Das Ergebnis zeigt, ob die Kombination rechnerisch geeignet, grenzwertig oder nicht empfehlenswert ist.

      Was bedeutet "rechnerisch geeignet"?

      "Rechnerisch geeignet" bedeutet: Das Zielobjekt belegt nach den hinterlegten Kamera- und Objektivdaten genügend Pixel für das gewählte Bewertungsziel.

      Das bedeutet nicht automatisch, dass jede reale Messung korrekt ist. Für eine belastbare Temperaturmessung müssen die Messbedingungen stimmen. Besonders Emissionsgrad, Reflexionen, Fokus und Messwinkel können das Ergebnis stark beeinflussen.

      Was bedeutet "grenzwertig"?

      "Grenzwertig" bedeutet: Das Ziel belegt nur wenige Pixel. Die Anwendung kann eventuell funktionieren, bietet aber wenig Reserve.

      In diesem Fall sollten Sie prüfen:

      • geringerer Messabstand
      • Teleobjektiv
      • höhere IR-Auflösung
      • anderes Kameramodell
      • andere Messposition
      • größeres Ziel bzw. anderer Messpunkt

      Was bedeutet "nicht empfehlenswert"?

      "Nicht empfehlenswert" bedeutet: Das Ziel ist für die gewählte Kombination aus Kamera, Objektiv und Messabstand rechnerisch zu klein.

      In diesem Fall sollte die Kamerakonfiguration überarbeitet werden. Häufige Lösungen sind ein Teleobjektiv, eine Kamera mit höherer Auflösung oder ein geringerer Messabstand. Bei stationären Anwendungen kann auch eine andere Montageposition sinnvoll sein.

      Fazit

      Die Auswahl einer Wärmebildkamera hängt stark von Messabstand, Objektgröße und Objektiv ab. Die reine IR-Auflösung reicht als Entscheidungskriterium nicht aus. Entscheidend ist, wie groß das relevante Ziel im Wärmebild abgebildet wird.

      Der TOPA Objektiv- und Messfleck-Rechner macht diese Zusammenhänge sichtbar. Er hilft bei der Vorauswahl von Kamera und Objektiv, zeigt rechnerische Grenzen und weist auf bessere Alternativen hin.

      Für einfache Anwendungen kann das Tool eine schnelle Orientierung bieten. Bei kritischen Messaufgaben, größerer Entfernung, kleinen Zielobjekten oder stationärer Integration sollte die Auslegung zusätzlich fachlich geprüft werden.

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