In der Automobilproduktion müssen Klebe- und Dichtprozesse sehr genau laufen. Schon kleine Lücken, Luftblasen oder ungleichmäßige Kleberaupen können später zu Undichtigkeiten, Nacharbeit oder Ausschuss führen. Besonders kritisch ist das bei Bauteilen wie Panoramadächern, Schiebedächern oder anderen verklebten Fahrzeugkomponenten.
FLIR zeigt in einem Anwendungsbeispiel, wie Wärmebildtechnik bei der Kontrolle von Dichtmasse an einem Moon Roof eingesetzt wird. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob der Klebstoff vollständig, gleichmäßig und an der richtigen Position aufgetragen wurde.
Warum sichtbare Kontrolle oft nicht ausreicht
Eine rein optische Prüfung kann bei Dichtmasse schnell an Grenzen kommen. Wenn schwarzer Klebstoff auf dunklem Untergrund liegt, sind Lücken oder Unterbrechungen nur schwer zu erkennen. Außerdem können Luftblasen in der Leitung entstehen, die später zu Brüchen in der Kleberaupe führen.
Auch eine Kamera im sichtbaren Licht erkennt solche Fehler nicht immer zuverlässig. Je nach Oberfläche, Licht, Farbe und Kontrast kann der Klebstoffauftrag sauber aussehen, obwohl die Dichtmasse nicht vollständig vorhanden ist.
Daher ist eine Prüfung sinnvoll, die nicht nur die Oberfläche betrachtet, sondern den Prozess thermisch sichtbar macht.
Wie Thermografie den Klebstoffauftrag sichtbar macht
Eine FLIR Wärmebildkamera erfasst Temperaturunterschiede. Frisch aufgetragene Dichtmasse hebt sich thermisch vom Bauteil ab. Dadurch wird sichtbar, ob die Kleberaupe vorhanden ist, ob sie gleichmäßig verläuft und ob einzelne Bereiche fehlen.
Für die Produktion ist das ein großer Vorteil. Denn statt sich nur auf Sichtprüfung oder einzelne Sensorpunkte zu verlassen, lässt sich der gesamte Verlauf der Kleberaupe überwachen. Dadurch werden Unterbrechungen, unvollständiger Auftrag oder verstopfte Dosierköpfe schneller erkannt.
Wärmebildkameras wie die FLIR A50/A70, können prüfen, ob Klebstoff korrekt aufgetragen wurde, ob Lücken vorhanden sind und ob die Temperatur im gewünschten Bereich liegt.
FLIR A50/A70-Serie
Kontinuierliche Kontrolle in der Linie
In Hochvolumenprozessen zählt nicht nur die einzelne Prüfung. Entscheidend ist, dass die Kontrolle dauerhaft und wiederholbar funktioniert. Eine stationäre Wärmebildkamera kann den Klebstoffauftrag direkt in der Fertigungslinie überwachen.
Das ermöglicht eine 24/7-Prozesskontrolle. Außerdem können Abweichungen sofort erkannt werden, bevor fehlerhafte Bauteile weiterverarbeitet werden. So lassen sich Taktzeiten stabil halten und Nacharbeit reduzieren.
Gerade bei automatisierten Dosierprozessen ist das relevant. Die Kamera prüft, ob der Roboter die Dichtmasse vollständig und an der vorgesehenen Stelle aufträgt. Wenn eine Lücke entsteht, kann der Prozess gestoppt oder das Bauteil aussortiert werden.
Typische Fehler beim Klebstoffauftrag
Thermografie eignet sich besonders gut, um wiederkehrende Prozessfehler sichtbar zu machen. Dazu zählen zum Beispiel:
- Unterbrechungen in der Kleberaupe
- ungleichmäßiger Auftrag
- zu wenig oder zu viel Dichtmasse
- verstopfte Dosierköpfe
- Luftblasen in der Klebstoffleitung
- falsche Position der Dichtmasse
- Temperaturabweichungen im Prozess
- fehlende Haft- oder Dichtbereiche
Solche Fehler können später zu Wassereintritt, schwächerer Verbindung oder Reklamationen führen. Deshalb ist eine frühe Erkennung direkt im Prozess sinnvoll.
Vorteile gegenüber klassischer Stichprobenprüfung
Stichproben können helfen, bilden aber nicht den gesamten Prozess ab. Wenn ein Fehler zwischen zwei Prüfungen entsteht, bleibt er möglicherweise unentdeckt. Bei einer dauerhaften thermischen Überwachung wird dagegen jedes Bauteil oder jeder relevante Prozessschritt geprüft.
Dadurch steigt die Prozesssicherheit. Gleichzeitig werden Qualitätsdaten nachvollziehbarer, weil thermische Abweichungen dokumentiert werden können. Für Fertigungsleiter und Qualitätssicherung entsteht so eine bessere Grundlage für Entscheidungen.
Ein weiterer Vorteil ist die berührungslose Messung. Die Wärmebildkamera muss das Bauteil nicht berühren und stört den Prozess nicht. Dadurch lässt sie sich gut in bestehende Produktionslinien integrieren.
Weniger Ausschuss, bessere Dichtheit, stabilerer Prozess
Der größte Nutzen liegt in der früheren Fehlererkennung. Wenn eine fehlerhafte Kleberaupe sofort erkannt wird, kann das Bauteil gezielt geprüft oder ausgeschleust werden. Dadurch sinkt das Risiko, dass Fehler erst nach der Montage oder beim Endkunden auffallen.
Bei Panoramadächern und Schiebedächern kann eine fehlerhafte Abdichtung zu Wassereintritt führen. FLIR beschreibt, dass Wärmebildtechnik helfen kann, solche Leckagen zu vermeiden, indem eine bessere Haftung zwischen Glas und Fahrzeugkarosserie sichergestellt wird.
Gleichzeitig unterstützt die Technik typische Produktionsziele: weniger Ausschuss, bessere Qualität und stabilere Prozesskontrolle.
Für welche Anwendungen ist das relevant?
Die Prüfung von Kleberaupen mit Wärmebildkameras ist nicht auf Panoramadächer beschränkt. Überall dort, wo Dichtmasse, Klebstoff oder Vergussmaterial thermisch erkennbar ist, kann Thermografie nützlich sein.
Typische Anwendungen sind:
- Panoramadächer und Schiebedächer
- Fahrzeugtüren und Klappen
- Batteriegehäuse
- Elektronikverguss
- Dichtnähte an Gehäusen
- Klebeprozesse in der Montage
- automatisierte Dosierprozesse
- Qualitätskontrolle in der Serienfertigung
Besonders interessant ist die Methode, wenn sichtbare Kameras zu wenig Kontrast liefern oder wenn eine vollständige Inline-Prüfung gefordert ist.
Thermografie macht Klebeprozesse sicherer
Klebe- und Dichtprozesse sind für die Produktqualität entscheidend. Wenn Klebstoff fehlt, falsch liegt oder ungleichmäßig aufgetragen wird, können Undichtigkeiten und Ausschuss entstehen.
FLIR Wärmebildkameras machen den Klebstoffauftrag thermisch sichtbar. Dadurch lassen sich Lücken, Unterbrechungen und Temperaturabweichungen direkt im Prozess erkennen. Für die Automobilproduktion bedeutet das mehr Prozesssicherheit, weniger Nacharbeit und eine bessere Kontrolle kritischer Dichtstellen.
Wer Kleberaupen prüfen und Qualitätssicherung automatisieren möchte, erhält mit stationärer FLIR Thermografie eine robuste Grundlage für die industrielle Prozessüberwachung.
FAQ
Frisch aufgetragene Dichtmasse unterscheidet sich thermisch vom Bauteil. Eine Wärmebildkamera macht diesen Unterschied sichtbar und zeigt, ob die Kleberaupe vollständig und gleichmäßig vorhanden ist.
Erkennbar sind unter anderem Lücken, Unterbrechungen, ungleichmäßiger Auftrag, falsche Position, verstopfte Dosierköpfe und Temperaturabweichungen im Prozess.
Bei schwarzer Dichtmasse auf dunklem Untergrund fehlt häufig der Kontrast. Eine sichtbare Kamera kann dann Lücken oder Fehler übersehen.
Das hängt von Prozess, Messabstand, Sichtfeld, Temperaturbereich und Integrationsbedarf ab. Für solche Aufgaben werden häufig stationäre FLIR Wärmebildkameras oder IR-Temperatursensoren wie FLIR A50/A70 eingesetzt.
Ja. Stationäre Wärmebildkameras können in Produktionslinien eingebunden werden und den Klebstoffauftrag dauerhaft überwachen.
Originalbeitrag: https://www.flir.com/discover/instruments/manufacturing/application-spotlight-quality-control---moon-roof-sealant/
