FLIR hat Research Studio 2026.01 veröffentlicht. Die neue Version bringt mehrere praxisrelevante Verbesserungen für Forschung, Entwicklung, Prüfstände und thermografische Messaufgaben. Im Fokus stehen eine verbesserte Bilddarstellung mit VividIR, optimierte Workflows für Mehrkamera-Aufnahmen, neue Analysefunktionen für Dropped Frames sowie zahlreiche Fehlerkorrekturen.
Für Anwender in Forschung und Entwicklung ist das Update besonders relevant, wenn thermische Bilddaten mit hohen Anforderungen an Bildqualität, Timing, Stabilität und Nachvollziehbarkeit erfasst werden.
Verbesserte Bildqualität mit VividIR
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das Imagery View Module. FLIR Research Studio 2026.01 integriert eine Image Processing Pipeline mit VividIR. Damit lassen sich Livebilder und aufgezeichnete Videodaten visuell verbessern.
Die Pipeline umfasst Funktionen wie Denoising, Super Resolution und Image Sharpening. Dadurch können Bildrauschen reduziert, Details deutlicher dargestellt und Bildinhalte geschärft werden. Laut FLIR kann die Auflösung dabei um bis zu den Faktor 3 erhöht werden. Die Funktion ist sowohl mit Livekameras als auch mit aufgezeichneten Dateien kompatibel.
Für die Praxis bedeutet das: Kleine thermische Details können besser sichtbar werden. Das ist besonders hilfreich bei Anwendungen, in denen Temperaturverteilungen, kleine Bauteile, schnelle Prozesse oder feine Strukturunterschiede ausgewertet werden müssen.
Mehr Effizienz bei Mehrkamera-Setups
Research Studio wird häufig in Messaufbauten eingesetzt, bei denen mehrere Kameras parallel betrieben werden. Genau hier setzt eine weitere Verbesserung an.
Jede Kamera verfügt nun über einen Camera Record Count. Zusätzlich können Einstellungen über die neue Funktion "Copy Settings" auf andere Kameras übertragen werden. Damit lassen sich Mehrkamera-Tests schneller vorbereiten und konsistenter konfigurieren.
Das reduziert manuelle Arbeitsschritte und minimiert das Risiko unterschiedlicher Einstellungen zwischen Kameras. Gerade bei Prüfständen, Versuchsreihen oder synchronisierten Messungen ist das ein deutlicher Vorteil.
Warnung bei gestopptem Stream
In statischen Szenen ist es nicht immer sofort erkennbar, ob ein Kamerastream noch aktiv ist oder ob keine neuen Frames mehr ankommen. FLIR Research Studio 2026.01 führt deshalb eine Stream Stop Notification ein.
Die Software informiert Anwender, wenn über einen längeren Zeitraum keine Frames mehr empfangen werden. Das ist besonders wichtig bei längeren Messungen, unbeaufsichtigten Aufzeichnungen oder Setups, bei denen ein Verbindungsproblem nicht unmittelbar auffällt.
Der praktische Nutzen liegt in mehr Messsicherheit: Anwender können schneller reagieren, wenn ein Stream stoppt, und vermeiden unbemerkt unvollständige Datenaufzeichnungen.
Neue Einstellungen für Statistikmodule und ROIs
Auch die App Settings wurden erweitert. Im Modules Tab können Anwender jetzt Standardspalten für neue Statistikmodule festlegen. Das beschleunigt den Aufbau wiederkehrender Analyseansichten und sorgt für mehr Konsistenz bei der Auswertung.
Im ROI Tab gibt es zudem die Möglichkeit, Pixelkoordinaten auszublenden, die an On-Image Statistics im Imagery View Module angehängt werden. Auch im Statistics Module können Pixelkoordinaten für Minimum, Maximum und Center ausgeblendet werden.
Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Berichte, Screenshots oder Analyseansichten übersichtlicher dargestellt werden sollen. Anwender können dadurch besser steuern, welche Informationen sichtbar sind und welche Details für den jeweiligen Workflow nicht benötigt werden.
Dropped Frames sichtbar machen
Eine wichtige Neuerung für High-Speed- und High-Frame-Rate-Anwendungen ist das neue Dropped Frames Plot Module. Es zeigt als Histogramm, wie viele Frames zwischen empfangenen Frames verloren gegangen sind.
Bei schnellen Messungen reicht es oft nicht aus zu wissen, dass Frames fehlen. Entscheidend ist, wann sie fehlen. Wenn Dropped Frames genau während eines kritischen Ereignisses auftreten, kann das die Aussagekraft einer Messung beeinflussen.
Das neue Modul unterstützt Anwender dabei, die Datenqualität besser zu beurteilen. Besonders bei dynamischen Prozessen, kurzen Ereignissen oder schnellen Temperaturveränderungen ist diese Information relevant.
Schnellzugriff auf exportierte Dateien
Bei Exporten und Snapshots zeigt Research Studio 2026.01 nun eine Erfolgsmeldung mit der Schaltfläche "Open File Location". Damit können Anwender direkt zum Speicherort der erzeugten Datei wechseln.
Das ist eine kleine, aber praktische Verbesserung im täglichen Workflow. Gerade bei vielen Snapshots, exportierten Sequenzen oder wiederholten Auswertungen spart der direkte Zugriff auf den Dateipfad Zeit.
Verbesserungen an der Benutzeroberfläche
FLIR weist außerdem darauf hin, dass die Benutzeroberfläche weiter überarbeitet wurde, um mehr Konsistenz innerhalb der Software zu erreichen. Für Anwender bedeutet das eine einheitlichere Bedienung und bessere Orientierung zwischen den Modulen.
Solche Änderungen sind nicht immer spektakulär, aber in professionellen Softwareumgebungen wichtig. Je konsistenter Bedienlogik und Darstellung sind, desto weniger Zeit geht durch Suche, Fehlbedienung oder uneinheitliche Workflows verloren.
Wichtige Fehlerkorrekturen
Neben den neuen Funktionen enthält FLIR Research Studio 2026.01 mehrere relevante Fehlerkorrekturen.
Im Camera Controller wurden Auswahl, Laden und Speichern von Zuständen verbessert. Außerdem enthalten die Framerate-Steuerungen nun korrekte Werte, wenn ein Zustand mit anderer Pixelrate geladen wird. Der korrekte Filter im Filterrad der Kamera wird nun automatisch geladen, wenn eine Kalibrierung ausgewählt wird.
Bei Dateinamen mit Zeitstempeln wird jetzt die in den App Settings gewählte Zeitzone berücksichtigt. Das ist besonders wichtig, wenn Messdaten über mehrere Systeme, Standorte oder Zeitzonen hinweg ausgewertet werden.
Für Measurement Functions mit MIX-Quelle wurden Frame-Info-Felder korrigiert, die zuvor beim sichtbaren Stream nicht aktualisiert wurden. Außerdem wurde die Darstellung des Multiline-ROI-Icons verbessert.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Stabilität: Ein Memory Leak wurde behoben, der längere Programmläufe insbesondere auf Systemen mit 8 GB Arbeitsspeicher oder weniger beeinträchtigen konnte.
Korrekturen für 2025 Perpetual Nutzer und die 2026 Version
Zusätzlich nennt FLIR mehrere Korrekturen, die sowohl für 2025 Perpetual Nutzer als auch in der 2026 Version relevant sind.
Dazu gehören:
- korrektes Laden von Import User Calibration Packs
- funktionierende Bearbeitung des Spans im Temporal Plot in Follow- und Manual-Modi
- funktionierende Hotkeys im Imagery View, auch wenn das Record Info Popup angezeigt wird
- behobene Probleme beim Laden von Histogram Modules aus einem Workspace
- stabilere Recent-Files-Liste durch Ausfiltern nicht mehr lesbarer oder nicht mehr zugänglicher Dateien
- wieder sichtbare Meldung im Stats Module, wenn keine ROIs getrackt werden
Diese Korrekturen betreffen typische Arbeitsbereiche professioneller Mess- und Analyseprojekte: Kalibrierung, Zeitverläufe, Hotkeys, gespeicherte Workspaces, Programmstart und ROI-basierte Statistik.
Warum das Update relevant ist
Research Studio 2026.01 ist vor allem für Anwender interessant, die thermische Daten nicht nur aufnehmen, sondern systematisch analysieren. Die neue VividIR Pipeline verbessert die visuelle Auswertung von Live- und aufgezeichnetem Material. Die Mehrkamera-Funktionen erleichtern komplexe Messaufbauten. Die Dropped-Frames-Auswertung hilft, Datenqualität und Timing kritischer Messungen besser zu bewerten.
Gleichzeitig verbessern die Fehlerkorrekturen die Stabilität und Zuverlässigkeit der Software. Für Forschungs-, Entwicklungs- und Prüfstandsanwendungen ist das entscheidend, da Messdaten oft nicht beliebig reproduzierbar sind.
Empfehlung vor dem Update
Vor der Aktualisierung sollten laufende Projekte gespeichert und wichtige Workspaces gesichert werden. Bei produktiven Messumgebungen empfiehlt es sich, das Update zunächst außerhalb kritischer Messkampagnen zu installieren und bestehende Kamera-, Kalibrierungs- und Export-Workflows kurz zu prüfen.
Das gilt besonders für Mehrkamera-Aufbauten, benutzerdefinierte Kalibrierungen, bestehende Workspaces und automatisierte Auswertungsabläufe.
Kurz zusammengefasst
FLIR Research Studio 2026.01 bringt mehrere relevante Neuerungen für Forschung, Entwicklung und thermografische Analyse:
- VividIR Image Processing Pipeline für Live- und aufgezeichnete Daten
- Denoising, Super Resolution und Image Sharpening
- bis zu 3-fache Auflösungsverbesserung laut FLIR
- Camera Record Count und Copy Settings für Mehrkamera-Setups
- Stream Stop Notification bei ausbleibenden Frames
- neue Standardspalten für Statistikmodule
- ausblendbare Pixelkoordinaten in Statistikansichten
- neues Dropped Frames Plot Module
- direkter Zugriff auf exportierte Dateien über "Open File Location"
- UI-Verbesserungen
- zahlreiche Fehlerkorrekturen für Kamera-Controller, Kalibrierung, Workspaces, ROI-Statistik und Stabilität
Damit ist FLIR Research Studio 2026.01 ein sinnvolles Update für Anwender, die thermografische Messdaten professionell erfassen, analysieren und dokumentieren.
