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Neue FLIR Firmware 4.60.003 für Axx/Axxx und GF77a: Verbesserungen für Streaming, VMS und Langzeitstabilität

by Robert Halbritter | Software & Firmware

Inhaltsverzeichnis

FLIR hat die Firmware 4.60.003 zusammen mit der Webkomponente camweb_v2.2.0 für die Wärmebildkameras der Serien FLIR Axx und Axxx sowie die FLIR GF77a veröffentlicht. Das Update konzentriert sich auf eine zuverlässigere Videoübertragung, eine bessere Integration in Video-Management-Systeme und eine höhere Stabilität im kontinuierlichen Betrieb.

Insbesondere bei stationären Thermografie-Anwendungen, bei denen Kameras dauerhaft in Netzwerke, Automatisierungssysteme oder Sicherheitsplattformen eingebunden sind, können die enthaltenen Korrekturen relevant sein.

Verbesserte Kompatibilität mit Video-Management-Systemen

Ein Schwerpunkt der Firmware 4.60.003 liegt auf der Zusammenarbeit mit verschiedenen Video-Management-Systemen, kurz VMS. FLIR hat mehrere Probleme bei der Einbindung und Konfiguration von Kamerastreams behoben.

Zu den Verbesserungen gehören:

  1. zuverlässigeres Streaming zu Genetec über ONVIF und RTSP
  2. korrigierte MJPEG-Übertragung in Genetec, FLIR Latitude und Milestone
  3. verbesserter Wechsel zwischen H.264 und MJPEG in Genetec und ExacqVision
  4. korrekte Übernahme von Streamparametern wie Codec und Bildrate
  5. Behebung fehlerhafter RTSP-Komprimierung bei Verwendung von AVC
  6. stabilerer Streamstart bei Kameras, die über HTTPS hinzugefügt wurden
  7. Vermeidung einer unbeabsichtigten Deaktivierung von ONVIF-Diensten bei der Verbindung mit Avigilon
  8. verbesserte Anbindung an Hexagon VMS

Damit adressiert FLIR mehrere Fehler, die bei der zentralen Einbindung von Wärmebildkameras in bestehende Überwachungs- und Sicherheitsinfrastrukturen auftreten konnten.

Stabileres Netzwerk- und Videostreaming

Auch die Stabilität der Netzwerkübertragung wurde überarbeitet. Dies betrifft unter anderem Systeme, bei denen Wärmebild- oder Videodaten dauerhaft über Ethernet übertragen und von mehreren Anwendungen verarbeitet werden.

Behoben wurden unter anderem:

  • Verbindungsabbrüche beim Wechsel des Archiver-Livestream-Typs auf Unicast TCP
  • Bildfehler und verschachtelt dargestellte Aufnahmen nach längerem GigE-Betrieb
  • Probleme beim Ändern von Streamparametern über Unicast UDP in Genetec
  • sporadisch blockierte ONVIF-Anfragen während der Verbindung oder Initialisierung der Kamera

Diese Änderungen sind besonders für Anwendungen relevant, in denen ein kontinuierlicher und reproduzierbarer Datenstrom erforderlich ist, beispielsweise bei der Zustandsüberwachung, Prozesskontrolle oder Brandfrüherkennung.

Verbesserte Langzeitstabilität

FLIR hat außerdem mehrere Ursachen für Instabilitäten nach längerer Betriebszeit behoben. Kameras konnten unter bestimmten Bedingungen instabil werden, wenn gleichzeitig mehrere Messwerkzeuge und Alarmfunktionen verwendet wurden.

Die Firmware 4.60.003 korrigiert unter anderem:

  • Instabilitäten nach längerem Betrieb mit mehreren Messbereichen und Alarmen
  • nicht mehr erreichbare Alarmfunktionen und Alarmeinstellungen
  • ein Speicherleck bei dauerhafter Nutzung der REST API

Gerade bei fest installierten Wärmebildkameras, die rund um die Uhr betrieben werden, ist die Beseitigung solcher Langzeitfehler von Bedeutung. Die Kameras sollen dadurch auch bei komplexen Mess- und Integrationsaufgaben zuverlässiger arbeiten.

Korrekturen für WLAN, Webserver und REST API

Weitere Fehlerkorrekturen betreffen die Netzwerk- und Webschnittstellen der Kameras.

Das Update behebt:

  • die Deaktivierung des WLAN-Servermodus nach einem Neustart der Stromversorgung
  • abgewiesene CORS-Anfragen durch den Webserver
  • Probleme beim Aufruf des Image State Endpoints über die REST API

Davon profitieren insbesondere kundenspezifische Softwarelösungen, Webanwendungen und Automatisierungssysteme, die über die REST API auf Kamerafunktionen oder Bildzustände zugreifen.

Wichtiger Hinweis vor dem Firmware-Update

FLIR empfiehlt ausdrücklich, die Kamera unmittelbar vor der Durchführung des Firmware-Updates neu zu starten.

Wurde eine Kamera zuvor über einen längeren Zeitraum ohne Neustart betrieben, kann der Aktualisierungsvorgang unter Umständen fehlschlagen. Daraus können Systeminstabilitäten entstehen, die einen Serviceeingriff erforderlich machen. Laut den Release Notes ist ein dadurch erforderlicher Service möglicherweise nicht durch die Garantie abgedeckt.

Vor dem Update sollte daher folgender Ablauf eingehalten werden:

  1. Aktuelle Kameraeinstellungen und Konfigurationen dokumentieren oder sichern.
  2. Laufende Streams, Messungen und externe Verbindungen kontrolliert beenden.
  3. Kamera neu starten.
  4. Firmware-Update nach der offiziellen FLIR Anleitung durchführen.
  5. Nach dem Update Streams, Alarme, Schnittstellen und VMS-Verbindungen prüfen.

Für welche Anwendungen ist das Update besonders relevant?

Die Aktualisierung empfiehlt sich vor allem für Installationen, bei denen eine oder mehrere der folgenden Funktionen verwendet werden:

  • ONVIF- oder RTSP-Streaming
  • Genetec, Milestone, FLIR Latitude, ExacqVision, Avigilon oder Hexagon
  • dauerhafte GigE-Datenübertragung
  • REST-API-Integration
  • mehrere Messwerkzeuge und Alarmfunktionen
  • kontinuierlicher Betrieb über lange Zeiträume
  • WLAN im Servermodus

Vor einem Update in produktiven Anlagen sollte geprüft werden, ob kundenspezifische Software, VMS-Konfigurationen oder Automatisierungsschnittstellen besondere Anforderungen an die Firmware-Version stellen.

FLIR Updates und Patchnotes

Sie möchten prüfen, ob für Ihre FLIR Kamera, Software oder Ihr Messgerät weitere Updates verfügbar sind? Auf unserer Übersichtsseite finden Sie Informationen zu FLIR Firmware-Updates, Patchnotes und neuen Funktionen.

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