Stationäre Wärmebildkameras können Temperaturen kontinuierlich überwachen, Abweichungen erkennen und Messdaten an übergeordnete Systeme liefern. Bei FLIR bestimmt die gewählte Variante, wo die Auswertung erfolgt: direkt in der Kamera oder auf einem externen System.
Doch wann ist Smart Sensor die richtige Wahl und wann bietet Image Streaming mehr Möglichkeiten? Dieser Vergleich hilft bei der Auswahl einer passenden Wärmebildkamera für Automation und kontinuierliche Überwachung.
Der wichtigste Unterschied
Smart Sensor wertet Temperaturdaten direkt in der Kamera aus. Image Streaming überträgt die radiometrischen Daten zur Auswertung an ein externes System.
Die Entscheidung betrifft daher nicht nur die Kamera, sondern die gesamte Systemarchitektur.

Was bedeutet Smart Sensor?
Eine Wärmebildkamera mit Smart Sensor für Automation übernimmt grundlegende Analyse- und Alarmfunktionen selbst.
Messbereiche, sogenannte Regions of Interest oder ROIs, können direkt in der Kamera eingerichtet und mit Temperaturgrenzen verknüpft werden. Wird ein definierter Grenzwert über- oder unterschritten, kann die Kamera unmittelbar einen Alarm ausgeben oder Messdaten an eine Steuerung übertragen.
Die Einrichtung erfolgt über die integrierte Weboberfläche. Für viele Standardanwendungen ist kein zusätzlicher Analysecomputer erforderlich.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Früherkennung von Bränden und Überhitzungen
- Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen
- Kontrolle von Förderbändern, Schaltschränken oder Lagern
- Temperaturüberwachung mit direkter SPS-Anbindung
- Automatische Alarmierung bei definierten Grenzwerten
Je nach Modell und Konfiguration stehen Schnittstellen wie Modbus TCP, Ethernet/IP, MQTT, REST API, RTSP, FTP oder SMTP zur Verfügung.
Smart Sensor Kameras

Was bedeutet Image Streaming?
Wärmebildkameras mit Image Streaming für Automation übertragen ihre Wärmebilder und Temperaturdaten an einen Industrie-PC, eine Software oder ein anderes externes System. Dort erfolgen Speicherung, Analyse und Reaktion.
Der Integrationsaufwand ist höher als bei Smart Sensor. Dafür lassen sich individuelle Auswertealgorithmen und komplexe Machine-Vision-Anwendungen realisieren. Über GigE Vision können radiometrische Daten übertragen und Kamerafunktionen auf einer niedrigen Systemebene gesteuert werden.
Image Streaming eignet sich besonders für:
- Individuell entwickelte Prüf- und Analyseanwendungen
- Automatisierte Qualitätskontrollen
- Komplexe Auswertungen mit eigenen Algorithmen
- Zentrale Verarbeitung mehrerer Kameras
- Kontinuierliche Übertragung radiometrischer Daten
- Integration in vorhandene Machine-Vision-Systeme
Image Streaming Kameras
Smart Sensor und Image Streaming im Vergleich
| Kriterium | Smart Sensor | Image Streaming |
|---|---|---|
| Auswertung | Direkt in der Kamera | Auf einem externen System |
| Einrichtung | Über die integrierte Weboberfläche | Zusätzliche Software oder Programmierung erforderlich |
| Temperaturalarme | Direkt in der Kamera konfigurierbar | Werden durch das externe System ausgelöst |
| SPS- und IIoT-Anbindung | Für direkte Kommunikation ausgelegt | Erfolgt in der Regel über das externe System |
| Individuelle Algorithmen | Auf integrierte Funktionen begrenzt | Hohe Flexibilität durch externe Rechenleistung |
| Radiometrische Daten | Einzelbilder und Messwerte abrufbar | Kontinuierlicher Datenstrom über GigE Vision |
| Typischer Vorteil | Schnelle und kompakte Inbetriebnahme | Maximale Freiheit bei Analyse und Integration |

Nicht jeder Videostream enthält Temperaturdaten
Bei der Auswahl der Schnittstelle ist ein wichtiger Unterschied zu beachten:
- RTSP und ONVIF übertragen einen Videostream. Temperaturwerte können in das Bild eingeblendet sein, der Stream selbst enthält jedoch keine radiometrischen Temperaturdaten.
- GigE Vision kann radiometrische Daten übertragen. Dadurch stehen Temperaturinformationen für die einzelnen Bildpunkte zur externen Auswertung bereit.
- REST API ermöglicht je nach Variante den Abruf radiometrischer Bilder oder bestimmter Messdaten.
- FTP und SMTP können bei Smart Sensor beispielsweise verwendet werden, um bei einem Alarm automatisch ein Bild zu übertragen.
Wer Temperaturwerte weiterverarbeiten möchte, sollte daher nicht nur auf die Bildübertragung, sondern ausdrücklich auf die radiometrische Datenübertragung achten.
Wann ist Smart Sensor die bessere Wahl?
Smart Sensor empfiehlt sich, wenn:
- definierte Bereiche und Temperaturgrenzen überwacht werden sollen
- die Kamera selbstständig einen Alarm auslösen soll
- eine direkte Verbindung zur SPS benötigt wird
- keine eigene Auswertesoftware entwickelt werden soll
- eine kompakte und schnell integrierbare Lösung gefragt ist
Wann ist Image Streaming sinnvoll?
Image Streaming ist die passende Variante, wenn:
- eigene Analysealgorithmen eingesetzt werden
- ein kontinuierlicher radiometrischer Datenstrom benötigt wird
- die Auswertung zentral auf einem Industrie-PC erfolgt
- mehrere Kameras in eine bestehende Software integriert werden
- eine individuelle Machine-Vision-Anwendung geplant ist
Welche FLIR Wärmebildkameras bieten beide Varianten?
Bei TOPA finden Sie stationäre FLIR Wärmebildkameras mit Smart Sensor und Image Streaming in zwei Baureihen:
- Die kompakte FLIR Axx Serie umfasst die A40, A50 und A70. Die A40 wird als Advanced Smart Sensor angeboten. Die A50 und A70 sind sowohl als Advanced Smart Sensor als auch mit Image Streaming erhältlich.
- Die leistungsstärkere FLIR Axxx Serie umfasst die A400, A500 und A700. Alle drei Modelle stehen als Advanced Smart Sensor und mit Image Streaming zur Verfügung.
Welche Baureihe und Auflösung geeignet ist, hängt unter anderem von Zielgröße, Messabstand, Sichtfeld, Temperaturbereich und benötigten Schnittstellen ab.
Zum Ratgeber: Welche Wärmebildkamera passt zu Ihrer Anwendung?
Entscheidend ist der Ort der Auswertung
Soll die Wärmebildkamera eigenständig messen, Grenzwerte überwachen und Alarme ausgeben, bietet Smart Sensor eine kompakte Lösung. Werden die Temperaturdaten für individuelle Algorithmen, Machine Vision oder eine zentrale Systemplattform benötigt, ist Image Streaming meist die flexiblere Wahl.
Neben der Auflösung sollten deshalb bereits bei der Planung die gewünschte Datenübertragung, die vorhandene Netzwerkarchitektur und die spätere Auswertung berücksichtigt werden. TOPA unterstützt Sie bei der Auswahl der passenden Kamera, Variante, Optik und Schnittstellen.
Häufige Fragen zu FLIR Smart Sensor oder Image Streaming
Ja. Smart Sensor kann unter anderem RTSP und modellabhängig ONVIF unterstützen. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass zusätzlich Messungen und Alarme direkt in der Kamera verarbeitet werden.
Nein. Ein RTSP-Stream kann Temperaturwerte als Einblendung zeigen, enthält aber keine radiometrischen Messwerte für die einzelnen Bildpunkte.
Für grundlegende Mess-, Analyse- und Alarmfunktionen ist kein separater Analysecomputer erforderlich. Die Kamera wird über ihre Weboberfläche eingerichtet und kann direkt mit Steuerungs- oder IIoT-Systemen kommunizieren.
Das hängt von der Anwendung ab. Smart Sensor eignet sich für kamerainterne Auswertung und direkte Alarmierung. Image Streaming bietet mehr Flexibilität für individuelle Software, radiometrische Datenströme und komplexe Analysen.














