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Erfolgsgeschichten mit FLIR Wärmebildkameras: Praxisbeispiele aus der Industrie

von Sven Sautter | Thermografie

Inhaltsverzeichnis

Überhitzte elektrische Verbindungen, beginnende Selbstentzündungen oder Schäden an Gebäudefassaden bleiben mit bloßem Auge häufig lange unentdeckt. FLIR Wärmebildkameras machen solche thermischen Auffälligkeiten sichtbar und liefern wichtige Informationen für Instandhaltung, Sicherheit und Prozessüberwachung.

Die folgenden Praxisbeispiele zeigen, wie Unternehmen Wärmebildkameras einsetzen, um Risiken früher zu erkennen, Kontrollen effizienter durchzuführen und ungeplante Ausfälle zu vermeiden.

FLIR Ex Pro Serie

Einführung in die FLIR Wärmebildkameras

Eine Wärmebildkamera erfasst die von Oberflächen abgegebene Infrarotstrahlung und stellt Temperaturunterschiede als Wärmebild dar. Radiometrische Kameras speichern zusätzlich Temperaturinformationen zu den einzelnen Bildpunkten. Dadurch können Anwender thermische Auffälligkeiten lokalisieren, bewerten und dokumentieren.

Wie die Technik dahinter arbeitet, erklären wir ausführlicher in unserem Beitrag Wie funktioniert eine Wärmebildkamera?. Begriffe wie IR-Auflösung, thermische Empfindlichkeit, Messbereich oder räumliche Auflösung werden im Ratgeber Technische Daten von Wärmebildkameras richtig verstehen erläutert.

In der Industrie werden Wärmebildkameras unter anderem für folgende Aufgaben eingesetzt:

  • Kontrolle elektrischer Anlagen und Schaltschränke
  • Überwachung von Motoren, Lagern und mechanischen Komponenten
  • Brandfrüherkennung in Lager-, Produktions- und Recyclingbereichen
  • Prüfung von Gebäuden, Fassaden und technischen Anlagen
  • Automatisierte Prozess- und Qualitätskontrolle
  • Kontinuierliche Zustandsüberwachung kritischer Betriebsmittel
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Mobile Wärmebildkameras eignen sich besonders für regelmäßige Inspektionsrouten und die flexible Fehlersuche. Einen Überblick über geeignete Systeme bietet unsere Anwendungsseite zu Wärmebildkameras für Industrie und Instandhaltung.

FLIR Axx IP66 Outdoor

Stationäre Systeme überwachen definierte Bereiche kontinuierlich und können bei einer Grenzwertüberschreitung automatisch einen Alarm auslösen oder Informationen an eine SPS, ein SCADA-System oder eine andere übergeordnete Plattform übertragen. Weitere Möglichkeiten zeigt die Themenseite zur automatisierten Temperaturüberwachung mit FLIR Wärmebildkameras.

Wichtig ist jedoch: Nicht jede auffällige Temperatur bedeutet automatisch einen Defekt. Emissionsgrad, Reflexionen, Messabstand, Objektgröße und Umgebungsbedingungen müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden. Unterstützung bei der richtigen Einstellung bietet unsere Emissionsgradtabelle für die Thermografie.

Praxisbeispiele aus verschiedenen Industrien

Brandfrüherkennung in einer Abfallverwertungsanlage

1. Brandfrüherkennung in einer Abfallverwertungsanlage

In Abfall- und Recyclinganlagen können chemische Reaktionen, heiße angelieferte Materialien oder biologische Zersetzungsprozesse zu einer unbemerkten Wärmeentwicklung führen. Herkömmliche Rauchmelder reagieren häufig erst, wenn bereits Rauch entstanden ist. Wärmebildkameras können dagegen schon den vorausgehenden Temperaturanstieg erkennen.

In der Abfallverwertungsanlage ZEVO Malešice in Prag wird ein Abfallbunker kontinuierlich überwacht. Die Anlage verarbeitet Abfall zur Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie und ist auf einen Betrieb rund um die Uhr ausgelegt.

Für die Überwachung wurden zwei FLIR A615 Wärmebildkameras mit 640 x 480 Pixeln und 80°-Objektiven in Schutzgehäusen installiert. Die Kameras erfassen den Lagerbereich und übertragen ihre Temperaturdaten an eine spezielle Überwachungssoftware. Das System kennzeichnet Bereiche mit auffälliger Wärmeentwicklung und stellt zusätzlich die Entwicklung der Maximaltemperaturen in verschiedenen Zonen dar.

Dadurch erhalten die Anlagenbetreiber frühzeitig verwertbare Informationen, bevor aus einem Hotspot ein offener Brand entstehen kann. Das unterstützt den Schutz von Personal und Anlage und reduziert das Risiko kostspieliger Betriebsunterbrechungen.

Welche Anforderungen bei solchen Systemen berücksichtigt werden müssen, erfahren Sie im Beitrag Brandfrüherkennung mit Wärmebildkameras in Recyclinganlagen.

2. Kontinuierliche Überwachung elektrischer Infrastruktur

Elektrische Verbindungen, Transformatoren und Schaltanlagen können sich durch lockere Kontakte, erhöhte Übergangswiderstände oder Überlastung erwärmen. Bei einer gelegentlichen manuellen Kontrolle besteht das Risiko, dass eine beginnende Störung zwischen zwei Inspektionsterminen unentdeckt bleibt.

Sensei Solutions realisierte für ein großes Rechenzentrum eine automatisierte thermografische Überwachung des eigenen Umspannwerks. Neun stationäre FLIR Wärmebildkameras überwachten acht Kombinationen aus Transformatoren und Leistungsschaltern sowie einen manuell betätigten Trennschalter. In jedem Kamerabild wurden zwölf definierte Messpunkte ausgewertet. Alle 20 Minuten erfasste das System unter anderem minimale, maximale und durchschnittliche Temperaturen.

Damit stieg die Zahl der thermografischen Prüfungen laut Fallstudie von vier Kontrollen pro Jahr auf mehr als 26.000 Auswertungen pro Jahr. Aufgrund der verbesserten Überwachung erhielt das Unternehmen außerdem einen Nachlass auf seine Versicherungsprämie.

Bei einem weiteren Projekt in einem Stahlwerk wurden bereits am ersten Tag der automatisierten Überwachung drei Auffälligkeiten in einer Schaltanlage erkannt. Das Instandhaltungsteam konnte reagieren, bevor daraus ein schwerwiegender Ausfall entstand.

Das Beispiel zeigt den zentralen Vorteil einer permanenten Zustandsüberwachung: Sie liefert nicht nur einzelne Momentaufnahmen, sondern macht auch Temperaturverläufe und schleichende Veränderungen sichtbar.

Wie elektrische Anlagen unter realen Betriebsbedingungen sicher untersucht werden können, zeigt unser Anwendungsbericht zur Infrarot-Inspektion im Rechenzentrum.

Gebäudediagnose an Fassaden in Mailand

3. Gebäudediagnose an Fassaden in Mailand

Auch in der Gebäudediagnose kann Thermografie zeit- und kostenintensive Prüfverfahren sinnvoll ergänzen. DarkWave Thermo setzt FLIR Wärmebildkameras ein, um Fassaden historischer und moderner Gebäude in Mailand auf abgelöste Fliesen, Natursteinplatten und Putzbereiche zu untersuchen.

Fest verbundene und bereits gelöste Fassadenelemente erwärmen und kühlen sich unterschiedlich. Unter geeigneten Umgebungsbedingungen werden diese Unterschiede im Wärmebild sichtbar. Problematische Bereiche können dadurch vom Boden aus lokalisiert und eingegrenzt werden.

Bei großen oder schwer zugänglichen Gebäuden reduziert dieses Verfahren den Bedarf an flächendeckenden Prüfungen mit Hubarbeitsbühnen oder Gerüsten. Mechanische Kontrollmessungen lassen sich gezielt auf verdächtige Bereiche konzentrieren. Nach Angaben des ausführenden Unternehmens spart dies Zeit und Kosten und liefert gleichzeitig eine belastbare Grundlage für Instandhaltung, Sanierungsplanung und Gutachten.

Dass Thermografie auch energetische Schwachstellen sichtbar macht, zeigt die Dämmungsprüfung bei Globus Baumarkt. Passende Kameras und weitere Anwendungsbereiche finden Sie unter Wärmebildkameras für Gebäude und Energieeffizienz.

Weitere industrielle Anwendungen der Thermografie

Die Einsatzmöglichkeiten reichen weit über die drei beschriebenen Beispiele hinaus. Weitere Anwendungsberichte zeigen, wie Wärmebildkameras bei besonders anspruchsvollen industriellen Prozessen eingesetzt werden:

Weitere reale Einsatzbeispiele finden Sie in unserer Übersicht der Applikationsberichte zur Wärmebildtechnik.

FLIR Thermal Studio Building Inspection

Vorteile der Nutzung von FLIR Wärmebildkameras

Die vorgestellten Anwendungen stammen aus unterschiedlichen Branchen, zeigen aber wiederkehrende Vorteile der Thermografie.

Frühzeitige Problemerkennung

Thermische Auffälligkeiten treten häufig auf, bevor ein Bauteil vollständig ausfällt oder ein Brand entsteht. Werden diese Veränderungen rechtzeitig erkannt, können Unternehmen gezielt reagieren und Folgeschäden begrenzen.

Effizientere Wartungsabläufe

Wärmebilder helfen dabei, große Anlagenbereiche schnell und berührungslos zu kontrollieren. Auffällige Komponenten lassen sich priorisieren, während unauffällige Betriebsmittel gegebenenfalls bis zum nächsten regulären Wartungsfenster weiterbetrieben werden können.

Wie eine solche zustandsorientierte Überwachung in der technischen Gebäudeausrüstung aussehen kann, zeigt der Beitrag Predictive Maintenance im Technikraum.

Weniger ungeplante Stillstände

Die frühzeitige Erkennung kritischer Temperaturentwicklungen unterstützt eine zustandsorientierte Instandhaltung. Reparaturen können besser vorbereitet und benötigte Ersatzteile rechtzeitig beschafft werden. Das verringert das Risiko überraschender Produktionsunterbrechungen.

Mehr Sicherheit bei Inspektionen

Viele Messungen können aus sicherer Entfernung und während des laufenden Betriebs durchgeführt werden. Bei stationären Systemen ist zudem keine regelmäßige manuelle Annäherung an schwer zugängliche oder besonders gefährdete Bereiche erforderlich.

Nachvollziehbare Dokumentation

Radiometrische Wärmebilder dokumentieren den thermischen Zustand zum Zeitpunkt der Aufnahme. Wiederkehrende Messungen ermöglichen Vergleiche und Trendanalysen. Dadurch lässt sich nachvollziehen, ob sich eine Auffälligkeit verstärkt oder eine durchgeführte Maßnahme die gewünschte Wirkung erzielt hat.

Für strukturierte Inspektionsrouten lassen sich je nach Kamera und Arbeitsablauf Funktionen wie der FLIR Route Creator einsetzen. FLIR AssetLink unterstützt anschließend dabei, Wärmebilder den richtigen Anlagen und Betriebsmitteln zuzuordnen.

Flexible Integration in bestehende Systeme

Je nach Aufgabe stehen unterschiedliche Systemkonzepte zur Verfügung. Smart Sensor Wärmebildkameras analysieren Temperaturdaten direkt in der Kamera und können selbstständig Alarme auslösen. Image Streaming Systeme übertragen radiometrische Daten zur Verarbeitung an eine externe Software oder kundenspezifische Anwendung.

Unser Vergleich Smart Sensor oder Image Streaming erklärt die Unterschiede und zeigt, welche Variante sich für welche Systemarchitektur eignet.

Bei dauerhaft eingesetzten Kameras sind neben der Bildqualität auch Kalibrierung, Kompatibilität, Konnektivität, Cybersicherheit und die langfristige Stabilität der Messdaten wichtig. Diese Anforderungen fasst das FLIR 5C Framework für stationäre Wärmebildkameras zusammen.

Welche Wärmebildkamera passt zur Anwendung?

Der Nutzen einer Wärmebildkamera hängt nicht allein von der Auflösung ab. Für die Auswahl müssen unter anderem folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Größe des kleinsten relevanten Messobjekts
  • Abstand zwischen Kamera und Messstelle
  • erforderlicher Temperaturbereich
  • benötigte thermische Empfindlichkeit
  • passendes Objektiv und Sichtfeld
  • mobile oder stationäre Anwendung
  • Messintervalle und Dokumentationsanforderungen
  • Einbindung in SPS, SCADA, Cloud oder Analysesoftware
  • Umgebungsbedingungen und benötigtes Schutzgehäuse

Für die ersten Schritte stehen verschiedene Auswahlhilfen zur Verfügung:

Die in den beschriebenen Fallstudien eingesetzten FLIR A310, A300, A615 und T640 gehören teilweise zu älteren Modellgenerationen. Für neue Projekte sollte deshalb keine pauschale Zuordnung zu einem vermeintlichen Nachfolgemodell erfolgen. Stattdessen wird die aktuelle Lösung anhand der konkreten Mess- und Integrationsanforderungen ausgewählt.

Damit die Messqualität langfristig erhalten bleibt, sollte außerdem eine regelmäßige Überprüfung eingeplant werden. TOPA bietet hierfür einen Kalibrierservice für Wärmebildkameras an.

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Fazit und Ausblick

Die vorgestellten Erfolgsgeschichten zeigen, dass FLIR Wärmebildkameras weit mehr als einzelne Temperaturwerte liefern. Richtig ausgewählt und eingesetzt, unterstützen sie Unternehmen dabei, Risiken sichtbar zu machen, Wartungsmaßnahmen zu priorisieren und kritische Prozesse zuverlässig zu überwachen.

Der Trend geht dabei von einzelnen Inspektionen hin zu vernetzten und automatisierten Lösungen. Stationäre Wärmebildkameras erfassen Temperaturen kontinuierlich, erkennen definierte Abweichungen und stellen die Informationen unmittelbar für weitere Systeme bereit. Gleichzeitig bleiben mobile Kameras ein wichtiges Werkzeug für flexible Prüfungen, Fehlersuche und vorbeugende Instandhaltung.

Welche Lösung sinnvoll ist, entscheidet immer die konkrete Anwendung. TOPA ist seit 2004 zertifizierter FLIR Premium Partner und unterstützt Unternehmen bei der Auswahl von Wärmebildkamera, Objektiv, Software und geeigneter Systemintegration.

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